Dekanatstag der Frauen am 20.03.2012 in Kirchdorf

 

Nach dem Wortgottesdienst im Kirchdorfer Pfarrsaal referierte Frau Dr. Christiane Eckstein

über die Pionierin „Madeleine Debrel“. Es handelt sich dabei um eine bemerkenswerte Frau.

Aber wer hat von dieser Frau schon einmal etwas gehört?

                              Wer war Madeleine Delbrel?

Geboren 1904 in Mussidan/Südfrankreich, wächst sie in einer antiklerikalen Umgebung auf und ist,

obwohl getauft, bis zu ihrem 20. Lebensjahr überzeugte Atheistin.

Mit 19 Jahren verlobt sie sich, doch ihr Verlobter verlässt sie und tritt dem Dominikanerorden bei.

Sie erkrankt schwer und droht zu verbittern. Erste Begegnungen mit gläubigen Christen, die ihr einen

neuen Lebenssinn geben, führen 1924 zu ihrer Bekehrung. 1926 integriert sie sich in das Leben einer

kath. Gemeinde und trägt sich mit dem Gedanken, Karmeliterin zu werden. Doch sie erkennt, dass

Gott einen anderen Weg für sie vorgesehen hat. Sie macht eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin und

nimmt sich der Not der Arbeiter an.

1933 gründet sie mit zwei Freundinnen eine Gemeinschaft in Ivry, der ersten von Kommunisten

regierten Stadt in Frankreich. Sie nimmt Kontakt mit den kommunistischen Vertretern auf und

unterstützt deren Bewegung „Ausgestreckter Arm“. Dadurch gerät sie in die Kritik der Kirchenleitung.

Die damals aufkommende Bewegung der Arbeiterpriester findet ebenfalls ihre Unterstützung. Sie

wird zur Vorbereitung des Zweiten Vatikanischen Konzils hinzugezogen und Bischöfe suchen ihren Rat.

Madeleine Debrel lebt die Nächstenliebe ohne wenn und aber, keiner wird an ihrer Türe abgewiesen.

Sie schreibt mehrere Bücher. Das bekannteste ist der „Kleine Mönch“, die Lebensweisheiten eines

kleinen Mönches.

Man nennt sie „Missionarin der Straße“.

1964 stirbt sie an den Folgen eines Schlaganfalles.

1998 spricht Papst Johannes Paul II. sie selig.

Am Ende dieses Vortrages, der einen innehalten ließ, wurden wir noch auf das herzlichste zu einem

kalten Buffet eingeladen.